Gewandhaus Leipzig Geschichte: Ein Wahrzeichen hinter unserem Magnet
Strichwerke
Gewandhaus Leipzig Geschichte: Ein Wahrzeichen hinter unserem Magnet
Leipzigs Konzerthaus hat zweimal den Standort gewechselt, und mit ihm seine Gestalt. Der Name Gewandhaus hat drei Gebäuden gehört, und der Magnet dieser Kollektion zeigt das, das heute am Augustusplatz steht. Wer nach der Gewandhaus Leipzig Geschichte sucht, meint meist die Geschichte eines einzelnen Hauses. Brauchbarer ist die Geschichte von dreien, denn fast alle Werke, die unter diesem Namen uraufgeführt wurden, klangen zuerst in Sälen, die es nicht mehr gibt.
Was das Leipziger Gewandhaus ist
Das Gewandhaus ist ein Konzertsaal in Leipzig. Das heutige Gebäude steht am Augustusplatz 8 am östlichen Rand der Innenstadt und ist der dritte Saal, der diesen Namen trägt. Es ist die Heimstatt des Gewandhausorchesters, dessen Ursprung bis 1743 zurückreicht: Damals schlossen sich sechzehn Leipziger Adlige, Bürger und Kaufleute zur Konzertgesellschaft Großes Concert zusammen und gaben am 11. März 1743 ihr erstes Konzert.
Der Name ist älter als alle drei Säle. Ein Gebäude an der Ecke Universitätsstraße und Gewandgäßchen, 1498 als Zeughaus der Stadt errichtet, wurde später von Tuch- und Wollhändlern genutzt, deren Warenhalle die oberen Geschosse belegte. Von diesem Handel übernahm das ganze Haus den Namen Gewandhaus. Als 1781 ein Konzertsaal eingebaut wurde, übernahm das dort spielende Orchester den Namen des Gebäudes.
Gewandhaus Leipzig Geschichte: Drei Bauten, ein Name
Das erste Gewandhaus (1781)
1780 und 1781 wurde nach einem Entwurf von Johann Carl Friedrich Dauthe ein Konzertsaal in das Gebäude der Tuchhändler eingebaut; das erste Konzert erklang dort am 25. November 1781. Der Saal maß etwa 11 auf 23 Meter und fasste bis zu 500 Personen, nach einem Umbau im Jahr 1842 rund 1.000. In ihm spielt der größte Teil der Musikgeschichte: Beethovens fünftes Klavierkonzert, Schuberts Große Sinfonie in C-Dur, Mendelssohns Violinkonzert und die erste vollständige Aufführung von Brahms' Ein deutsches Requiem wurden hier uraufgeführt. Felix Mendelssohn leitete das Orchester ab 1835 und gründete 1843 das Leipziger Konservatorium im Hof des Hauses. Nach 1884 hieß das Gebäude Altes Gewandhaus; zwischen 1893 und 1896 wurde es teilweise abgebrochen und in das Städtische Kaufhaus einbezogen.
Das zweite Gewandhaus (1884)
Ab den 1860er Jahren war der alte Saal zu klein, und die Stadt wollte ein neues Konzerthaus am Rand des Zentrums, um die Entstehung eines Musikviertels zu fördern. So entstand das Neue Concerthaus in der Grassistraße 5 im Musikviertel, eröffnet am 11. Dezember 1884. Die Pläne stammten von Martin Gropius und wurden unter Heino Schmieden ausgeführt; finanziert wurde der Bau über einen Kredit aus dem Nachlass von Franz Dominic Grassi. Der Große Saal fasste etwa 1.700 Personen, der Kammermusiksaal 650, und den Bauschmuck schuf der Berliner Bildhauer Otto Lessing. Das Eröffnungskonzert dirigierte Carl Reinecke, nicht Arthur Nikisch, der das Orchester erst 1895 übernahm.
Der zweite Saal erwarb sich einen Ruf, der ihn überlebte: Seine Schuhkarton-Form war Vorbild für die 1900 fertiggestellte Symphony Hall in Boston. Bei den Luftangriffen vom 4. Dezember 1943 und 20. Februar 1944 wurde das Haus schwer beschädigt und brannte samt Orgel aus. Nach dem Krieg wurde die Ruine gesichert und ein Wiederaufbau erwogen, doch es kam anders. Am 29. März 1968 wurde sie gesprengt und abgebrochen, und das Orchester spielte über dreißig Jahre in der Kongreßhalle am Zoo.
Das dritte Gewandhaus (1981)
Der heutige Saal wurde am 8. Oktober 1981 eröffnet, zweihundert Jahre nachdem das Orchester erstmals unter dem Namen Gewandhaus gespielt hatte. Kurt Masur, damals Chefdirigent, legte am 8. November 1977 den Grundstein. Der Entwurf stammt von Rudolf Skoda zusammen mit Eberhard Göschel, Volker Sieg und Winfried Sziegoleit; gebaut wurde auf dem Gelände des im Krieg zerstörten Museums der bildenden Künste.
Der Große Saal fasst 1.900 Menschen. Die Akustik ist der Kern des Baus, mit einer Nachhallzeit von etwa zwei Sekunden im vollen Haus; während der Bauzeit wurde der Saal mehrfach mit Soldaten der Nationalen Volksarmee besetzt, damit die Planer ihn unter voller Last hören konnten. Über dem Spielschrank der Orgel steht der Leitspruch des Orchesters, Res severa verum gaudium, wahre Freude ist eine ernste Sache. Die Schuke-Orgel dahinter hat 6.845 Pfeifen.
In den Foyers hängt Sighard Gilles Deckengemälde Gesang vom Leben, 1980 und 1981 auf 714 Quadratmetern und 31,8 Metern Höhe entstanden, das größte Deckengemälde Europas. Im Herbst 1989 öffnete Masur das Haus für die Gewandhausgespräche, öffentliche Diskussionen über die Zukunft der DDR, womit das Gebäude zur Plattform der politischen Opposition wurde.
Was der Magnet zeigt
Die Zeichnung folgt der Fassade, die das Gewandhaus dem Augustusplatz zuwendet. Sie ist eine orthogonale Ansicht, also flach und ohne Perspektive gezeichnet, damit die Proportionen des Baus stimmen und nicht zum Betrachter hin verlaufen.

Die Linienführung setzt zuerst das Dach: eine tief auskragende Platte mit kassettierter Untersicht, die weit über die Wand darunter hinausragt. Darunter liegt das raumhohe verglaste Foyer, durch vertikale Pfosten in sechs Felder geteilt; die seitlichen Wände neigen sich nach oben nach innen. Hinter dem Glas bleiben Treppen und Galerieebenen lesbar, und zwei kleine Figuren auf Straßenniveau geben den Maßstab.
Es ist der Bau von 1981, nicht der von 1884. Der Mendebrunnen, der Brunnen vor dem Gewandhaus am Augustusplatz, gehört nicht zur Zeichnung; die Ansicht zeigt das Gebäude für sich.
Der Magnet selbst misst 5 × 7 cm, besteht aus einem Kern aus Buchbinder-Graupappe mit einer Oberfläche aus Recycling-Kraftpapier und wird in kleinen Serien in unserer Werkstatt von Hand gefertigt.
Wo Sie Strichwerke-Produkte in Leipzig finden
Die Leipziger Sammlung finden Sie unter https://strichwerke.eu/collections/leipzig. Die Sammlung umfasst Magnete zu diesen Leipziger Wahrzeichen:
- Völkerschlachtdenkmal
- Stadthaus Leipzig
- Gewandhaus (Konzertsaal)
- Thomaskirche
- Neues Rathaus
Unsere Magnete liegen auch in Leipzig im Regal. Vier Geschäfte führen die Reihe:
- Gewandhaus-Shop, Augustusplatz 8, D-04109 Leipzig — gewandhaus-shop.de
- Teehaus Leipzig, Im Alten Rathaus, Markt 1 — teehaus-leipzig.de
- Buchhandlung Südvorstadt, Karl-Liebknecht-Str. 124/26 — buchhandlung-suedvorstadt.de
- KulturShop Leipzig — kulturshop-leipzig.de
Der Bestand wechselt zwischen den Läden. Vor einem gezielten Besuch lohnt sich ein kurzer Anruf. Die Händlerseite listet alle aktuellen Verkaufsstellen.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Gewandhaus-Bauten hat es gegeben?
Drei. Der erste war ein 1781 in das Gebäude der Tuchhändler eingebauter Konzertsaal, der zweite wurde 1884 im Musikviertel eröffnet, und der dritte, der heute steht, 1981 am Augustusplatz.
Was ist der Unterschied zwischen dem Gewandhaus und dem Gewandhausorchester?
Das Gewandhaus ist das Gebäude, das Gewandhausorchester ist das Orchester. Es wurde 1743 als Großes Concert gegründet und trägt den Namen Gewandhaus, seit es 1781 in den ersten Saal einzog. Übernommen hat den Namen des Gebäudes das Orchester, nicht umgekehrt.
Wann wurde das heutige Gewandhaus eröffnet?
Am 8. Oktober 1981. Kurt Masur dirigierte das Eröffnungskonzert, auf dem Programm standen Siegfried Thieles Gesänge an die Sonne und Beethovens Neunte Sinfonie.
Wie viele Menschen fasst der Große Saal des Gewandhauses?
1.900, bei einer Nachhallzeit von etwa zwei Sekunden im vollen Saal.
Was geschah mit dem Gewandhaus von 1884?
Es wurde bei den Luftangriffen vom 4. Dezember 1943 und 20. Februar 1944 schwer beschädigt und brannte aus. Am 29. März 1968 wurde die Ruine abgebrochen.
Zeigt der Magnet das alte oder das heutige Gewandhaus?
Das heutige, den Bau von 1981 am Augustusplatz. Das Gebäude von 1884 hatte eine Steinfassade mit Säulenportikus und skulptiertem Giebel, und das zeigt die Zeichnung nicht.
Quellen und weiterführende Literatur
Die hier zusammengefasste Baugeschichte folgt der Darstellung des Gewandhauses selbst unter https://www.gewandhausorchester.de/haus/historie/ und dem ausführlichen deutschsprachigen Wikipedia-Artikel unter https://de.wikipedia.org/wiki/Gewandhaus_(Leipzig). Der englischsprachige Artikel https://en.wikipedia.org/wiki/Gewandhaus gibt einen kürzeren Überblick über dieselben drei Bauten. Der Platz und das Gelände, auf dem der Saal von 1981 entstand, sind unter https://de.wikipedia.org/wiki/Augustusplatz dokumentiert, und die Adresse des Gewandhauses bestätigt dessen eigenes Impressum unter https://www.gewandhausorchester.de/impressum/. Lizenzierte Fotografien aller drei Säle sammelt https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Gewandhaus_(Leipzig).